PD Dr. Andreas Ohme

Akademischer Werdegang

Seit 10/2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Slavistik der Universität Leipzig im Bereich Westslawische Literaturwissenschaft und Kulturgeschichte

10/2014 – 03/2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt „Die Utopie im postutopischen Zeitalter. Gesellschaftskritik und Gattungsinnovation im zeitgenössischen russischen Roman“ am Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena

04/2013 – 09/2014 Vertretung der Professur für Westslawische Literaturwissenschaft und Kulturgeschichte an der Universität Leipzig

2012   Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Habilitationsschrift: Die sprachliche Markierung des Erzählers. Zur Theorie von „skaz“ und „unreliable narration“. Venia Legendi für Slawische und Allgemeine Literaturwissenschaft

10/2011 – 03/2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt „Die Utopie im postutopischen Zeitalter. Gesellschaftskritik und Gattungsinnovation im zeitgenössischen russischen Roman“ am Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena

10/2008 – 09/2011 Lehrbeauftragter am Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena

1999   Promotion im Fach Slawistik an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Dissertation: Karel Čapeks Roman „Válka s Mloky“. Über den Zusammenhang von künstlerischen Verfahren und Sinnbildung in der Literatur.

04/1994 – 02/2008 Zunächst Wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann Hochschulassistent am Lehrstuhl für slawische Literaturwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

10/1993 – 03.1994 Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung

1990   Magister Artium in den Fächern Slawistik, Neuere Deutsche Literaturgeschichte und Germanistische Linguistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg     

Schwerpunkte in Forschung und Lehre

West- und ostslawische Literaturen (insbesondere die tschechische, russische und polnische) im 19. und 20. Jahrhundert

Literaturtheorie (Narratologie, Genologie und Intermedialität)

Komparatistik

Laufende und abgeschlossene Projekte

2013–2017  

"Zugänge zur literatur- und Kulturwissenschaftlichen Bohemistik"

Zusammen mit: W. F. Schwarz, J. Jiroušek 

2014–2016

DFG-Forschungsprojekt:

„Die Utopie im postutopischen Zeitalter. Gesellschaftskritik und Gattungsinnovation im zeitgenössischen russischen Roman“

Anhand ausgewählter Texte der russischen Literatur zwischen 1990 und 2010 wurde der Frage nachgegangen, welchen Metamorphosen die Utopie nach dem Zerfall der Sowjetunion als „realisierter Utopie“ sowie in einem postmodernen Kontext, in dem der Kollektivgedanke nachhaltig desavouiert worden ist, durchlaufen hat. Die Publikation des Bandes ist in Vorbereitung.

Publikationen

Monographien:  

Skaz und Unreliable Narration. Entwurf einer neuen Typologie des Erzählers. Berlin, München und Boston 2015 (Narratologia 45).

Karel Čapeks Roman „Der Krieg mit den Molchen“. Verfahren – Intention – Rezeption. Frank­furt/M. u.a. 2002 (Slavische Literaturen. Texte und Abhandlungen 27).

Herausgeberschaft:

a) Reihe  

Slovo. Slavistische Studien (gemeinsam mit N. Richter im Verlag Peter Lang).  

b) Sammelbände  

Zugänge zur literatur- und kulturwissenschaftlichen Bohemistik. Erscheint 2017 bei Olms in der Reihe West-Ost-Passagen (gemeinsam mit W. F. Schwarz und J. Jiroušek).

Prozesse kultureller Integration und Desintegration. Deutsche, Tschechen, Böhmen im 19. Jahr­hundert. München 2005 (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 103) (gemeinsam mit S. Höhne).

Der russische Symbolismus. Zur sinnlichen Seite seiner Wortkunst. München 2000 (Specimina Philologiae Slavicae 128) (gemeinsam mit U. Steltner).

Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden:

Epochenstruktur und Periodisierung der tschechischen Literatur im 19. und 20. Jahrhundert (gemeinsam mit W.F. Schwarz) [im Druck].

„Ceci n’est point un roman“ oder das Spiel mit den Gattungsgrenzen in Milan Kunderas Drama „Jakub a jeho pán“ (nebst einer Typologie der drei Grundgattungen) [im Druck].

Wenn der Mensch zum Tier wird. Die satirische Infragestellung der Idee vom neuen Menschen in der postsowjetischen Literatur am Beispiel von V. Pelevins „Žizn’ nasekomych“ und T. Tol­stajas „Kys’“. In: Düring, M. u.a. (Hgg.): Russische Satire. Strategien kritischer Auseinander­setzung in Vergangenheit und Gegenwart. Frankfurt/M. u.a. 2016, 123-147.

Die Transzendierung der Geschichte durch die Poetisierung der Darstellung in Jiří Weils Prosa­zyklus „Barvy (Farben)“. In: Ibler, R. (Hg.): Der Holocaust in den mitteleuropäischen Litera­turen und Kulturen: Probleme der Poetisierung und Ästhetisierung. Stuttgart 2016, 57-78.

Vergebliche Metamorphosen. Gesellschaftskritik in Viktor Pelevins Roman „Žizn’ nasekomych (Das Leben der Insekten)“ und ihre gattungsgeschichtliche Tradition. In: Tierstudien 04/2013 (Themenheft Metamorphosen), 50-60.

Sprachmischung als künstlerisches Verfahren in Jiří Grušas Gedicht „Výjimečný stav (Ausnahme­zustand)“ In: G. Mehlhorn u.a.: Alteritäten. Literatur, Kultur, Sprache. Hildesheim, Zürich und New York 2013, 66-77.

Der rätselhafte Holden Caulfield. Die Erzählstrategie und ihre Folgen für das Textverständnis in J. D. Salingers Roman „The Catcher in the Rye“. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch 54 (2013), 265-288.

Schach dem Sprachmissbrauch! Das Schach-Motiv als bedeutungskonstituierendes Element in Václav Havels Drama „Zahradní slavnost (Das Gartenfest)“. In: Krehl, B. (Hg.): Slavisches Drama und Theater in Vergangenheit und Gegenwart. Beiträge zur Jubiläumstagung anlässlich des 65. Geburtstags von Herta Schmid an der Universität Potsdam. München u.a. 2012, 93-110.

Zur Problematik des Mitteleuropabegriffs in der Literaturwissenschaft. Einige methodologische Überlegungen. In: Zeitschrift für Slawistik 55/3 (2010), 273-295.

Von Schweinen, Molchen und Pinguinen. „Tierische“ Gesellschaftskritik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (France, Mac Orlan, Čapek, Orwell). In: Zeitschrift für Slawistik 54/1 (2009), 3-19.

Václav Havels „Antikódy“. Konkrete Poesie zwischen Ludismus, Sprachkritik und politischem Engagement. In: Kliems, A., U. Raßloff und P. Zajac (Hgg.): Intermedialität. Lyrik des 20. Jahrhunderts in Ost-Mittel-Europa III. Berlin 2007, 63-95.

„Babička“ Boženy Němcové a „Käthi die Großmutter“ Jeremiase Gotthelfa. Srovnání textů s oh­ledem na žánrovou problematiku. In: Piorecký, K. (Hg.): Božena Němcová a její Babička. Sborník příspěvků z III. kongresu světové literárněvědné bohemistiky „Hodnoty a hranice. Svět v české literatuře, česká literatura ve světě“, Praha 28.6-3.7.2005. Praha 2006, 106-116 (Ústav pro českou literaturu, Edice K, sv. 13).

Böhmen – Eine Region ohne literarische Utopie. In: Höhne, S. und A. Ohme (Hgg.): Prozesse kultureller Integration und Desintegration. Deutsche, Tschechen, Böhmen im 19. Jahrhundert. München 2005, 73-95 (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 103).

Phantastik – Science Fiction – Utopie. Versuch einer Begriffsabgrenzung (am Beispiel ausge-wählter Texte Stanisław Lems). In: Düring, M. und U. Jekutsch (Hgg.): Stanisław Lem – Mensch, Denker, Schriftsteller. Beiträge einer deutsch-polnischen Konferenz im Jahr 2000 in Greifswald und Szczecin. Wiesbaden 2005, 67-85 (Opera Slavica. Neue Folge 48).

Eskapismus oder Gesellschaftskritik? Literarische Utopien von Faddej V. Bulgarin und Vladimir F. Odoevskij. In: Peters, J.-U. und U. Schmid (Hgg.): Imperium und Intelligencija. Fallstudien zur russischen Kultur im frühen 19. Jahrhundert. Zürich 2004, 345-371 (Basler Studien zur Kulturgeschichte Osteuropas 9).

Fantastyka – science fiction – utopia. Próba rozgraniczenia definicji (na przykładzie wybranych tekstów Stanisława Lema). In: Jarzębski, J. und A. Sulikowski (Hgg.): Stanisław Lem. Pisarz, myśliciel, człowiek. Kraków 2003, 33-52 [Polnische Fassung von „Phantastik – Science Fiction – Utopie. Versuch einer Begriffsabgrenzung (am Beispiel ausgewählter Texte Stanis­ław Lems)“].

Probleme und Perspektiven der Bohemistik in gestuften Studiengängen (Thesen – Fragen – Desi­derate). In: Bulletin der Deutschen Slavistik 9 (2003), 79-81.

Iconic Representation of Space and Time in Vladimir Sorokin’s Novel „The Queue“ (Ochered’). In: Müller, W.G. und O. Fischer (Hgg.): From Sign to Signing. Iconicity in Language and Literature 3. Amsterdam und Philadelphia 2003, 153-165.  

Zur Problematik der Periodisierung der russischen Literatur in ihren deutschsprachigen Darstellungen am Beispiel der Romantik. In: Keßler, N. und U. Steltner (Hgg.): Die Geschichte der russischen Literatur. Ein kritischer Überblick über Literaturgeschichten in deutscher Sprache. Jena 2002, 25-52 (FSU Jena, Institut für Slawistik. Schriften und literarische Texte 6). [Text der zweiten Auflage (2008) unter: http://www.db-thueringen.de/servlets/Derivate Servlet/ Derivate-13754/Endfassung/2.%20Ohme%20Romantik.pdf].

Von den Brettern, die nicht die Welt bedeuten – Drama und Theater im russischen Symbolismus (am Beispiel von A. Bloks Balagančik und F. Sologubs Založniki žizni). In: Ohme, A. und U. Steltner (Hgg.): Der russische Symbolismus. Zur sinnlichen Seite seiner Wortkunst. München 2000, 61-83 (Specimina Philologiae Slavicae 128).

Zur Frage des Utopischen in Karel Čapeks Roman „Válka s mloky“. In: Gölz, Ch., A. Otto und R. Vogt (Hgg.): Romantik – Moderne – Postmoderne. Beiträge zum ersten Kolloquium des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft, Hamburg 1996. Frankfurt/M. u.a. 1998, 241-258 (Slavische Literaturen. Texte und Abhandlungen 15).

Metafiktion im Werk Karel Čapeks. In: Steltner, U. (Hg.): Literatur und Kunst. Festgabe für Ger­hard Schaumann zum 70. Geburtstag. Jena 1997, 77-88 (FSU Jena, Institut für Slawistik. Schriften und literarische Texte 2). Text der zweiten Auflage (2007)

Jaroslav Seifert und der Poetismus. In: Fischer, Ch. und U. Steltner (Hgg.): Die Rezeption euro­päischer und amerikanischer Lyrik in Deutschland. Frankfurt/M. u.a. 1997, 129-146.

Nový textový pramen ke genealogii „Války s mloky“ Karla Čapka. In: Česká literatura 42/1 (1994), 66-70.

Rezensionen:

Fischer von Weikersthal, Felicitas, und Thaidigsmann, Karoline (Hgg.): (Hi-)Stories of the Gulag. Fiction and Reality. Heidelberg 2016 [im Druck].

Schneider, Ingo und Sexl, Martin (Hgg.): Das Unbehagen an der Kultur. Hamburg 2015. In: Fabula 57/3,4 (2016), 329-335.

Hühn, Peter u.a. (Hgg.): Handbook of Narratology. Berlin und Boston 22014. In: Fabula 56/3,4 (2015), 348-353.

Eichwald, Elena: Suche nach Identität und ihr Wandel in der postkommunistischen russischen Gegenwartsliteratur. Eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Werke von Viktor Pelevin und Vladimir Makanin. Hamburg 2013. In: Kritikon Litterarum 42/3,4 (2015), 261-265.

Strohmaier Alexandra (Hg.): Kultur – Wissen – Narration. Perspektiven transdisziplinärer Erzählforschung für die Kulturwissenschaften. Bielefeld 2013. In: Fabula 55/1,2 (2014), 211-217.

Munk, Martina: Ungeheuerliche Massen. Tierbilder für das Phänomen des Massenhaften in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Köln, Weimar und Wien 2011. In: Kritikon Litterarum 40/1,2 (2013), 92-98.

Aumüller, Matthias (Hg.): Narrativität als Begriff. Analysen und Anwendungsbeispiele zwischen philologischer und anthropologischer Orientierung. Berlin und Boston 2012. In: Fabula 54/1,2 (2013), 139-145.

Olson, Greta (Hg.): Current Trends in Narratology. Berlin und New York 2011. In: Fabula 53/1,2 (2012), 144-148.

Krehl, Birgit und Herta Schmid (Hgg.): Die zehner Jahre in der tschechischen Literatur zwischen Symbolismus und Avantgarde. Beiträge zum Internationalen Bohemistischen Symposium an der Universität Potsdam. München 2008 In: Zeitschrift für Slavische Philologie 68/2 (2011), 462-470.

„Fünf Tiger in Basel“. Zur Kurzprosa Jiří Weils. In: Bohemia 50/1 (2010), 232-236.

Holý, Jiří (Hg.): Holokaust – Šoa – Zagłada v české, slovenské a polské literatuře. Praha 2007. In: Zeitschrift für Slavische Philologie 65/2 (2007/08), 455-460.

Ulrike Jekutsch and Walter Kroll, eds. Slavische Literaturen im Dialog. Festschrift für Reinhard Lauer zum 65. Geburtstag. Wiesbaden: Harrassowitz, 2000, 561pp. In: Slavic and East Euro-pean Journal 46/2 (2002), 403-405.

Peter Thiergen, ed. Ivan A. Gončarov. Leben, Werk und Wirkung. Beiträge der I. Internationa-len Gončarov-Konferenz, Bamberg, 8.-10. Oktober 1991. Köln: Böhlau, 1994, 457pp. In: Slavic and East European Journal 42/3 (1998), 532-534.

Bock, Ivo: Die Spaltung und ihre Folgen. Einige Tendenzen der tschechischen Literatur 1969-1989. Berlin: Spitz 1993 (Osteuropaforschung 32). In: Kritikon Litterarum 22/3-4 (1995), 143-144.

Lexikoneinträge:

Natürliche Schule; Poetismus; Povest’ ; Skaz; Slawistik  
Alle in: Metzler Lexikon Literatur. Begründet von G. und I. Schweikle. Herausgegeben von D. Burdorf, Ch. Fasbender und B. Moennighoff. Stuttgart und Weimar 2007 [3., völlig neu bearbei­tete Auflage].  

letzte Änderung: 07.09.2017
Foto: Maks Yasinski

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